Leserbriefe : Wasserkosten anders berechnen

„Wasserwirtschaft / Zu viel Sparsamkeit schadet den Leitungen“ vom 4. August

Stimmt: Die Ablagerungen in den Rohren können sich festsetzen, wenn zu wenig Wasser verbraucht wird. Die Verbraucher sind dazu immer mehr gezwungen, weil die Wasserpreise überdurchschnittlich hoch sind und weiter steigen. Es klingt wie ein Widerspruch: Je weniger Wasser verbraucht wird, desto teurer wird es, weil zusätzliche Kosten durch das Wegspülen der Ablagerungen durch die Wasserwerke entstehen. Das führt wiederum zu einem Teufelskreis: Weniger Wasser, mehr teure Spülungen.

Es gibt aber seit mindestens zwei Jahren Lösungsvorschläge von der Forschungsstelle Recht, Ökonomie und Umwelt der Uni Hannover. Der Tenor der Untersuchungen ist, nicht die Menge des Wassers in den Vordergrund zu stellen, sondern einen relativ hohen Grundpreis.

Die aktuelle Berechnungsmethode, benachteilige eindeutig Familien mit Kindern. Sie zahlten in vielen Fällen rund doppelt so viel wie nötig. Würde ein hoher Grundpreis pro Haushalt verlangt, könnten Mehrpersonenhaushalte künftig entlastet werden.

Bei dieser Gelegenheit sollte auch erwähnt werden, dass das Wasser in Berlin überdurchschnittlich teuer ist. Den Grund dafür sieht der BBU in der Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe.

Lothar Kulla, Berlin-Wilmersdorf

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