Leserbriefe : Weiter aufklären

„Zwölf Täter im Missbrauchsskandal /

Bericht belastet Jesuiten: Vier Schulen, 120 Fälle“ von Ferda Ataman

vom 19. Februar

Trotz aller Vertuschungsmaßnahmen und Lügen zeigt sich das wahre Gesicht der Kirche! Und das Unfassbare ist, dass keiner der Verantwortlichen jemals gerichtlich belangt wird, da die Gesetzgebung weder politische noch kirchliche Skandale mit der erforderlichen Härte verfolgt. In Amerika könnten derart kranke Menschen ihren Gelüsten im Gefängnis freien Lauf lassen. Ergebnis, es ist leider verjährt, oder der Vergewaltiger ist untergetaucht und die Rektoren waschen ihre Hände im Weihwasser.

Robbert Baron van Haersolte,

Berlin-Charlottenburg

Dass Missbrauchsfälle der Verjährung unterliegen, halte ich für ungeheuerlich. Wenn Mord nie verjährt, dann darf der Missbrauch ebenfalls nicht verjähren. Warum? Weil das nichts anderes ist als die Zerstörung des Lebens, unter dem die Opfer ihr Leben lang leiden. Und die Täter sollen davonkommen?

Erio Alexander Tsuchiya,

Berlin-Dahlem

Dass das Thema Missbrauch an katholischen Schulen immer noch in aller Munde ist, nährt die Hoffnung, dass die katholische Kirche ihre bisher übliche Taktik bei diesem Thema – nur zugeben, was längst bekannt und erwiesen ist, ansonsten mauern, was das Zeug hält – endlich aufgibt und tatsächlich aufklärt. Hoffentlich hält der Druck der Öffentlichkeit an, damit die Kirchenoberhäupter nicht doch noch einen Rückzieher machen.

Christian Koch, Berlin-Spandau

Die katholischen Schulen haben mit ihrem Vorstoß recht! Leitlinien, ein vertrauliches Forum, Stärkung der Vertrauenslehrer und Supervision sind ein notwendiger und anerkennenswerter Start. Doch nicht nur Lehrer brauchen Informationen über die Formen, Auswirkungen und Schutz vor Missbrauch. Es wäre fatal zu glauben, damit sei alles getan. Vor allen Dingen Eltern und Kinder brauchen Wissen, um Täter erkennen, Taten verhindern zu können. Angesichts des sich immer mehr ausweitenden raffinierten Internet-Kindesmissbrauchs einerseits und den unbekümmerten Kindern, die online unterwegs sind, kann man nur hoffen, dass alle Schulen grundsätzlich mit entsprechenden Informationen nachziehen.

Charlotte Lewerich, Berlin-Mitte

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