Leserbriefe : Wenn Schröder keine andere Politik kann, müssen Köpfe rollen

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„SPD: Mit Merkel nicht – dabei bleibt’s“ vom 30. September 2005

Der Wählerauftrag ist doch eindeutig: RotGrün ja, aber bitte etwas weniger neoliberal, mehr sozialdemokratisch. Rot-Grün, so wie der Wähler es versteht, hat 327 Sitze und ist damit beileibe nicht abgewählt. Ganz klar nicht gewählt ist dagegen die bisherige Opposition. Der Wähler hat entschieden, unserer Regierung einen weiteren Auftrag zu erteilen, verbunden sozusagen mit dem Zaunpfahl-Wink: Es geht um Inhalte, Holz- und Sturköpfe bringen unser Land jetzt nicht weiter. Wenn Gerhard Schröder, wie er sagt, keine andere Politik kann und die Linke sich nicht (zu-)traut zu regieren, dann müssen eben Köpfe rollen. Aber die rot-grüne Richtung, so die Meinung des Wählers, ist schon richtig.

Tim Karsten, Berlin-Moabit

Die Wahlen haben nicht das Ergebnis gebracht, das viele sich gewünscht haben, Wie ist es aber möglich, dass eventuell Herr Stoiber Bundeskanzler wird, obwohl man ihn nur in Bayern wählen kann? Wir Berliner wollen ihn nicht und sicher Millionen anderer Deutsche auch nicht. Muss man sich an das Bundesverfassungsgericht wenden?

Kriemhild Leistner,

Berlin-Reinickendorf

„Grüner wird’s noch“ vom 28. September 2005

Lange hat mir ein Beitrag aus dem Tagesspiegel nicht mehr so aus der Seele gesprochen. Schade nur, dass Harald Schumann nicht schon während des – so furchtbar eindimensionalen – Wahlkampfes darauf hingewiesen hat: Die alte Wachstumspolitik ist heute in Deutschland weder realistisch noch überhaupt wünschenswert.

Weiter so, Tagesspiegel!

Severin Zillich, Berlin-Prenzlauer Berg

„Klarheit für Deutschland“ vom 26. September 2005

Danke für diesen Artikel. Herr Broder spricht mir aus der Seele. Die Bilanz der letzten sieben Jahre darf nicht im künftigen Einheitsbrei von SPD/CDU untergehen. Allein Schröder und seine Genossen haben das zu verantworten.

Peter Ansorge, Berlin-Schmargendorf

„Hoffentlich ist Merkel schuld!" vom 25. September 2005

Der (treffenden) Analyse und Kommentierung des Wählerverlustes der Union durch Bernd Ulrich muss ein weiterer Aspekt hinzugefügt werden: das „C“ in den Parteinamen! Im Kontext diffus religiöser Strömungen und Sehnsüchte einerseits sowie erkennbarer religiöser Indifferenz, Ablehnung und Ahnungslosigkeit andererseits in unserer Gesellschaft wird es seitens der CDU fahrlässig versäumt, die eigene Identität als „christlich“ öffentlich zu profilieren.

Die multikulturelle Gesellschaft mit zunehmend „unchristlicher“ Prägung wird die Probleme der CDU verschärfen. Die Diskussion über das „C“ in unserer Gesellschaft sowie die Transparenz und Aufklärung darüber, was christlich begründete Politik darstellen möchte, ist bislang in der Analyse über den Wählerschwund der CDU/CSU nicht erkennbar.

Christoph Schubert, Berlin-Spandau

„Müntefering: Keine Regierung ohne Schröder“ vom 20. September 2005

In der Presse wird die „Berliner Runde“ viel zu sehr als Auseinandersetzung des Kanzlers mit den Medien hervorgehoben. Tatsache ist doch, dass Schröder mit seinem ausgeflipptem Benehmen seinen persönlichen Sieg über eine Frau und nicht über eine Partei feierte. Die wiederholte Feststellung: „Ich bleibe Kanzler und Sie, Frau Merkel, werden es nicht“ zeigt deutlich, dass hier ein narzisstischer Kanzler den Gedanken, einer Frau die Macht überlassen zu müssen, unerträglich findet.

Ehrengard von Wickede,

Berlin-Schmargendorf

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