Leserbriefe : Winter in Berlin I

„Das läuft glatt / 1160 Arbeitslose

unterstützen den BSR-Winterdienst“

von Sandra Dassler vom 16. Januar

In den letzten Monaten bin ich häufiger in Berlin zu Gast, und ich muss aktuell Erschreckendes feststellen. Ich kenne keine andere Stadt, in der eine solche Ignoranz gegenüber den Menschen gelebt werden kann. Kompliment.

Auf der Schlossstraße, meines Wissens eine der wichtigsten Einkaufsstraßen der Stadt, finden sich vor vielen Geschäften zentimeterdicke Eisplatten. Mit wenig Enthusiasmus wurde alibimäßig ein bisschen Asche darüber gestreut. Man sieht allenthalben stolpernde, rutschende oder stürzende Menschen, die wild die Arme in die Luft werfend nach irgendeinem Halt suchen und ihn oft in einem benachbarten, noch standfesten Menschen finden, der sich mehr oder weniger freiwillig als Haltestelle hergibt. Das fördert das Zusammengehörigkeitsgefühl ungemein.

Da gemeinhin der Zutritt in besagte Geschäftslokale mit Schlitt- oder den immer mehr aussterbenden Gleitschuhen keinen Zuspruch der Besitzer findet, wäre es auch in ihrem Interesse, für Abhilfe zu sorgen.

Stefan Vogel, Solingen

Nach einer längeren „Reise“ durch die Innenstadt frage ich mich, wo denn die Stadtreinigung verblieben ist. Die Straßenecken und Haltestellenbereiche (übrigens: Busse sind länger als Pkw!) sind voller Altschnee, absolut unzumutbare Verhältnisse – wenn man berücksichtigt, dass der Schnee schon ein paar Tage alt ist! Es gab Zeiten, da sah man an den Kreuzungen BSR-Leute, die den Schnee auf Lkws schaufelten; alles vorbei. Steht die BSR vor dem Gang an die Börse? Der Vergleich zur S-Bahn drängt sich auf!

Aber das Ordnungsamt war unterwegs und hat Knöllchen für Falschparker verteilt. Statt sich um die ungeräumten Bürgersteige zu kümmern – aber da wäre wohl zu oft der eigene Arbeitgeber aufzuschreiben.

Axel Noack, Berlin-Wannsee

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