Leserbriefe : Wir fühlen uns verschaukelt

Zum Tarifabschluss für

den öffentlichen Dienst in Berlin

Nun hat sich Verdi doch vom Berliner Senat „über den Tisch ziehen“ lassen, und zwar zweimal hintereinander! Denn schon der 2003 ausgehandelte Tarifvertrag, indem Angestellte einen zehnprozentigen Lohnverzicht diktiert bekamen und dafür eine Reduzierung der Wochenstundenzahl erhielten, war eine echte Fehlleistung. Was nützt einem das ewige Vorbeten des ach so sicheren Arbeitsplatzes, wenn man davon nicht mehr vernünftig leben kann? Was z. B. nach 2009 geschieht, bleibt völlig offen. Ich befürchte, dass der Berliner Senat sich dann wieder in drastische „Sparorgien“ flüchten wird, und die Beamten und Angestellten des öffentlichen Dienstes gucken für weitere fünf Jahre „in die Röhre“!

Thomas Henschke,

Berlin-Waidmannslust

Die Enttäuschung bei den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes über den Tarifabschluss ist enorm. Lächerliche 65 Euro, und das dann auch erst im Juni 2009.

Sie schreiben, für die unteren Einkommen sei das „viel Geld“. Nehmen wir mal so ein Einkommen von beispielsweise 1800 Euro brutto. Single, Steuerklasse 1. Da bleiben von den 65 Euro netto 31,94 Euro übrig. Jemand, der täglich zur Arbeit geht und sehen muss, wie Milliarden von Euro zurzeit wie Brennholz an Banken und Industrie verteilt werden, muss sich verschaukelt vorkommen.

Aber wichtiger ist ja, dass wir mit unseren Steuergeldern die Autoindustrie stützen, damit dort alle einen sicheren Arbeitsplatz haben, 14 Monatsgehälter nicht angetastet, die Gehälter in diesem Jahr um sechs Prozent, im Februar 2009 um 2,1 Prozent und drei Monate später nochmal um 2,1 Prozent erhöht werden und zusätzlich noch eine Einmalzahlung in Höhe von 510 Euro gezahlt wird und die Vorstände Millionengehälter plus Boni kassieren können.

Irgendwas stimmt da nicht.

Klaus Sadowski, Berlin-Steglitz

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