Leserbriefe : Wohnungen innovativ verkaufen

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„Auf wackligem Fundament“

vom 16. Februar 2006

Wenn denn eine Privatisierung zur Sicherung des Landeshaushaltes und zur Vermeidung von Insolvenzen öffentlicher Wohnungsunternehmen unvermeidbar ist, dann sollte das wenigstens auf intelligente Weise und behutsam erfolgen.

Mehr Verkäufe an Mieter und das auf innovative Weise: Über Mietkauf und auch an selbst organisierte Bewohnergruppen und Wohnungsgenossenschaften, die immer noch eine der verlässlichsten Formen einer von den Bewohnern getragenen, kostengünstigen und sozial verantwortlichen Art der Wohnungsbewirtschaftung garantieren. Mit klugen Verträgen kann sich die Stadt dabei einen Einfluss sichern. Denn niemand weiß heute, zu Zeiten eines eigentlich noch immer entspannten Berliner Wohnungsmarktes und hoher mietsenkender Leerstände, wie viele Wohnungen unter öffentlichem Einfluss das Land braucht, um auch für die stetig wachsenden ärmeren Schichten eine angemessene Wohnungsversorgung sicherstellen zu können. Warum dafür nun gerade die Zahl von 260 000 Wohnungen ausreichen soll, wenn vor wenigen Jahren 320 000 vom Senat als angemessen bezeichnet wurden, bleibt geheimnisvoll.

In einer Stadt, deren Einkommen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liegen, sind kostengünstige Mieten und attraktive Nachbarschaften ein wichtiger Wettbewerbsvorteil, den sich die Stadt nicht nehmen lassen sollte. Berlin mag das Geld aus Verkäufen brauchen, aber es braucht auch endlich wieder eine an den Möglichkeiten der Bewohner orientierte soziale Wohnungspolitik.

Thomas Knorr-Siedow,

Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung, Erkner

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