Leserbriefe : Wowereit darf nicht jeder Neigung nachgeben

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„Der Enthemmte“ und „Lebensfreude pur“ vom 30. August 2005

Man mag von der Zurschaustellung privater Vorlieben und Fetische halten, was man will, allerdings erwarte ich von meiner Tageszeitung Differenziertheit und journalistischhandwerkliche Kompetenz: Die Gleichstellung von Sadomasochismus und jeder Form von Gewalt gegen Menschen ist nichts davon, sondern lächerlich, grotesk und absurd!

Dirk Stornebel, Lübeck

Vielen Dank für die kritische Betrachtung unseres Bürgermeisters. Ich habe den Eindruck, dass jede „Neigungsgruppe“ in dieser Stadt von Herrn Wowereit hofiert wird. Sein Pressesprecher „verkauft“ diese Anbiederung auch noch mit den Worten: „Man kann diese Szene für schrill halten, aber es sind Touristen aus aller Welt, und sie bringen Geld.“ Ich möchte das Zitat noch ergänzen: „… und im Wahlkampf machen wir fast alles!“

Holger Naß, Berlin-Spandau

Es gehört viel enthemmte Fantasie dazu, fetischistische und sadomasochistische Rituale unter schwulen Männern mit Fußballrandalen von Hooligans, Bandenkriegen oder Ehrenmorden gleichzusetzen. Die angesprochenen Rituale unter Schwulen beruhen auf strikter gegenseitiger Einvernehmlichkeit, also vollständiger Reziprozität; dies kann man von den von Bernd Ulrich angesprochenen Gewalttaten nun nicht behaupten. Nicht nur die Printmedien waren in den letzten Jahren voll von Berichten über brutale Morde an Kindern und Behinderten, Gewalt gegen Asylbewerber, Schwule und andere Marginalisierte in unserer Gesellschaft. Es gehört ein gerüttelt Maß an projektiver Energie dazu, hier Opfer zu Tätern zu machen und Schwule mit Fußballhooligans auf eine Stufe zu stellen.

Dr. Michael Bochow, Berlin-Schöneberg

Na, es war ja fast zu erwarten, das wowereitsche Begrüßungsständchen für die Leder- und Fetischszene. Mit unruhig freudigem Herzen können die Berliner sich danach wahrscheinlich auf ein internationales Treffen der zoophilen Triebbefriediger mit Hund, Ziege, Schwein usw. unter der Schirmherrschaft des Regierenden freuen. Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Und: „Pecunia non olet“.

Hansjörg Stein, Berlin-Mariendorf

Herr Wowereit ist der Protagonist des Werteverfalls in dieser Gesellschaft. Ich bin stolz darauf, verklemmt zu sein, wenn dies bedeutet, nicht wie eine Bulldogge angekettet an einem Pinkelbecken vor Menschen erscheinen zu müssen. Ob Herr Böger das Rückgrat hat, diese wowereitschen Werte der Toleranz nicht im Rahmenplan für den Sexualkundeunterricht zu verankern?

Christoph Schubert , Berlin-Spandau

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