Leserbriefe : Zentralstelle der Frauenbewegung

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„Lesbisch – allein das Gerücht kann tödlich sein“ vom 20. März 2005

Frau Schwarzer wird offensichtlich hier und da immer noch als eine Art Zentralstelle der Frauenbewegung überschätzt, denn es geht und ging ihr meines Erachtens immer um ihr persönliches Marketing.

Beim telegenen Zusammentreffen mit Verona Feldbusch gab sich Frau Schwarzer wie eine kurzsichtige Tapsbärin, die sich auf der Suche nach einer fetten EgoBeute im fremden Waldabschnitt verirrt hat.

Während sich Frau Feldbusch erfolgreich, erotisch mit Mann und inzwischen auch mit Kind präsentieren kann, war bei Frau Schwarzer nur ihr „Umhang“ auffällig. Sie ist leider noch nicht einmal in der Lage, das Erfolgsmodell Feldbusch frauensolidarisch anzuerkennen. Auch hier wurde es wieder offenbar, das zentrale Problem der Schwarzer: Die authentische Kombination von weiblicher Identität und wirtschaftlicher Selbstständigkeit ist für sie gar nicht vorstellbar oder immer fremdgesteuert. Lebendige Gegenbeispiele sind unerwünscht. Sie ist darauf angewiesen, sich ihren Tageserfolg immer wieder neu zu erdiskutieren.

Wer aber gern plappert, verplappert sich dann auch schon mal, und so konnte man vor einigen Jahren im „Stern“ nachlesen, dass sie beim Anblick einer schwangeren Frau an Kriegsinvaliden erinnert wird. Und so ganz nebenbei ist sie wieder mal im Gespräch und spart Marketingkosten. Sie möchte natürlich weiterhin für sich als Ware werben. Und für ihre Postille „Emma“. Denn das Interesse an ihrer Person scheint zu schwinden.

Statt einer Werbeseite für Frau Schwarzer würde ich mir mehr Berichte über Frauen wünschen, die für die Gesellschaft wichtige Beiträge leisten. Es muss ja nicht die Feldbusch sein. Denn Alices Wunderland ist längst abgebrannt, weil unfruchtbar. Die Evolution kann ungestört fortfahren.

Michael Bär, Berlin-Tempelhof

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