Leserbriefe : Zu viele Regeln

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Betrifft: „Volle Hingabe ist Pflicht“ im Tagesspiegel vom 25. Oktober 2002

Als Amtsleiter sollte ich eigentlich alles daran setzen, meine Kollegen bei der effektiven Umsetzung der ihnen übertragenen Aufgaben zu helfen. Ich muss aber die besonderen Rechte der Schwerbehinderten berücksichtigen, Frauenförderung umsetzen, den Datenschutz ernst nehmen, Unfallverhütung betreiben, Kosten und Leistungsrechnung realisieren und jede Woche neue Sparvorgaben bei konsumtiven und Personalmitteln verstehen und möglichst umsetzen.

Der Arbeitgeber verlangt, dass ich diese mit der eigentlichen Arbeit nur mittelbar zusammenhängenden Aufgaben ernst nehme, denn tue ich es nicht, wird der selbe Arbeitgeber, der diese Regelungen produziert hat (und einschließlich Parlament damit fortfährt), mich in mein Einkommen erheblich schmälernden Regress nehmen, wenn es an irgendeiner Stelle zu einem Schaden für das Land kommt. Vielen Mitarbeitern in den Berliner Verwaltungen geht es so, sie werden gezwungen, auf ihr Risiko Vorschriften nicht zu beachten, um nicht den im Artikel beschriebenen Effekt eines „Dienstes nach Vorschrift“ zum Dauerzustand zu machen. Darf sich dieser Arbeitgeber noch über Moral seiner Beschäftigten auslassen? Joachim Schwartzkopf, Amtsleiter im

Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf

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