Leserbriefe : Zweifel am Superlativ

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„,Pinguine’ erfolgreichster Dok-Film aller Zeiten“ in Deutschland“ vom 11. Januar 2006

Ich las im Tagesspiegel die dpa-Meldung, die „Pinguine“ seien der „erfolgreichste Dokumentarfilm aller Zeiten“ in Deutschland. Bei solchen Feststellungen frage ich mich, wer die Besucherzahlen der dreißiger, vierziger, fünfziger Jahre ausgewertet hat, als es keine Filmförderungsanstalt gab, aber mehr Kinobesucher. Ich behaupte, „Triumph des Willens“ und „Olympia“ hatten mehrere Millionen Besucher (auch wenn uns das nicht so gefallen mag), auch „Die Wüste lebt“ (1954) war ein Superhit. Aber die Zahlen waren damals nicht so präzise. Deshalb ist auch „Good Bye, Lenin!“ zum erfolgreichsten deutschen Film aller Zeiten ernannt worden, obwohl „Wunschkonzert“ (1940), „Schwarzwaldmädel“ (1950) und andere erfolgreicher waren.

Hans Helmut Prinzler,

Direktor Filmmuseum Berlin

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