Leserbriefe : Zwischen Genies und Geisteszwergen

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„Integration besser erforschen“

vom 9. März 2006

Ich bin stolz, Berliner zu sein! Wird die Stadt doch von klügsten und weisesten Parteien und Politikern regiert, gegen deren genialischen Sachverstand die Forscher der Max-Planck-Gesellschaft wie Geisteszwerge wirken. Denn was diese Forscher für Integration empfehlen und auch konzertiert erforschen wollen (interdisziplinäre Grundlagenforschung zur Integration junger Migranten), unsere Regierungsparteien und -politiker als selbst ernannte Integrationsexperten haben bereits die Antwort darauf: das Fach Ethik als verbindlicher Unterricht für alle Schüler der Oberstufe. Damit vollzieht sich dann Integration junger Migranten fast von allein.

Dieses allzu schlichte Credo vernachlässigt allerdings die elementare Erkenntnis, dass Migranten auch mit ihren religiösen Empfindungen und Traditionen angenommen und integriert werden müssen.

Das wird nicht ohne Anpassung gehen, setzt aber zwingend die Wahlfreiheit für Schüler voraus, ob sie an einem Fach Ethik oder Religion im Unterricht teilnehmen. Diese Wahlpflichtfächer sind – wie es aus der Max-Planck-Gesellschaft richtig gefordert wird – in Verantwortung und Kontrolle des Landes Berlin und der Religionsgemeinschaften von am besten an deutschen Hochschulen ausgebildeten Lehrern durchzuführen.

Dies dient der Integration und ist damit gleichzeitig ein Beitrag zur Vermeidung von Parallelgesellschaften.

Götz Brunnert, Berlin-Wilmersdorf

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