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Leserkommentar : Ströbele: "Es war ein unerfreuliches Urlaubserlebnis"

28.11.2011 14:00 UhrVon Hans-Christian Ströbele
Hans-Christian StröbeleBild vergrößern
Hans-Christian Ströbele - Foto: dpa

Hans-Christian Ströbele meldet sich in Sachen Fischfutter-Affäre zu Wort: Nach der großen medialen Aufmerksamkeit um den Fall schildert der Grünen-Politiker auf Tagesspiegel.de seine Sicht der Ereignisse.

Meine Frau und ich waren im Urlaub Schwimmen im See. Am Ufer angelte ein Junge, zwei andere amüsierten sich mit einer Zwille. Sie schossen in die Luft, Bäume und in den See.

Für mich unerwartet richtete der größere Junge (ca. 13 Jahre alt) plötzlich die Zwille in die Richtung, aus der meine Ehefrau herangeschwommen kam. Zu meinem Entsetzen schoß er ab. Meine Ehefrau, die noch etwa 20 m vom Ufer entfernt war, schrie auf und faßte sich an die Stirn. Nachdem sie weiterschwamm, stürmte ich an Land, um die beiden Jungs zur Rede zu stellen. Einer zeigte mir eine orangene Kugel vor und behauptete, damit habe er geschossen. Ich kannte solche Kugeln nicht.

Sie war schwer und fest und fühlte sich an wie ein massives Plastikgeschoß. Der Junge gab an, mit der Kugel sollten Fische anlockt werden.

Meine Ehefrau, inzwischen an Land gekommen, wies auf die Stelle am Kopf, wo sie von vorne getroffen wurde - wenige Zentimeter vom Auge entfernt. Sie klagte über starke Kopfschmerzen. Diese hielten noch viele Tage an.

Die beiden Jungs zeigten sich uneinsichtig. Ich habe die Zwille als Tatwerkzeug an mich genommen.
Wir fuhren damit sofort zum Jugendamt der Stadt, damit dem Schützen amtlich klar gemacht werde, daß es so nicht geht. Von dort wurden wir aber an die Polizei verwiesen, weil die Mitarbeiter nichts machen könnten, wenn nicht Anzeige erstattet sei.

Bei der Polizei erstattete meine Frau Anzeige und gab den Vorfall zu Protokoll. Von einem Badeverbot an dem Rand des Sees war bei der Polizei nichts bekannt.

Die Staatsanwaltschaft teilte einige Zeit später mit, das Verfahren sei eingestellt, weil der Schütze 13 Jahre alt war.
Es war ein unerfreuliches Urlaubserlebnis mit jetzt noch mal höchst unerfreulichen Folgen.

So sehen übrigens diese Futterschleudern aus: tinyurl.com/co234t6
Und so diese Fischfutterkugeln, die der Junge verschossen hat: de.wikipedia.org/wiki/Boilie ("Größe von Murmel bis Golfball")


Mit freundlichen Grüßen,
Christian Ströbele

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