Meinung : Letzte Chance

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Man traut sich ja kaum, Hoffnung zu haben. Viel haben die G-8-Staaten bei ihrem Gipfel in Petersburg noch nicht zu Stande gebracht. Am heutigen Montag wollen sie sich mit den wichtigsten Schwellenländern auf einen neuen Anlauf verständigen, um weltweit Handelsschranken einzureißen. Ein epochales Projekt, um das seit fünf Jahren gerungen wird. Warum also sollte es jetzt klappen, wenn sich George W. Bush und Wladimir Putin nicht einmal auf die Bedingungen einigen können, unter denen Russland der Welthandelsorganisation WTO beitreten kann? Es bedarf einer viel größeren Kraftanstrengung, um die derzeit 149 Mitglieder auf Linie zu bringen. Doch ein Quäntchen Hoffnung bleibt eben doch: dass nämlich alle ultimativ erkennen, was ihnen am meisten nützt. Industriestaaten wie Deutschland wollen die Reform, weil sie den Export stärkt. Die ärmeren Länder wollen sie im Prinzip auch, weil sich so der Weltmarkt für ihre Produkte öffnen könnte. Viel Zeit bleibt für eine Einigung nicht, weil eine Verhandlungsvollmacht der US-Regierung ausläuft. WTO-Chef Pascal Lamy wurde gestern in Petersburg mit dem Mandat ausgestattet, die Beratungen binnen eines Monats endgültig zum Erfolg zu führen. Ökonomen der Weltbank haben ausgerechnet, dass sich im günstigsten Fall fast eine halbe Billion Dollar pro Jahr sparen – also besser ausgeben – ließe. Diesen Wohlstand gilt es zu verteilen. mod

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