Meinung : „Libanon soll besondere …

Clemens Wergin

… und exzellente Beziehungen mit Syrien behalten.“

In Libanon wird weiter mit Bomben Politik gemacht. Im Oktober war schon der drusische Wirtschaftsminister Marwan Hamadeh, ein Kritiker von Präsident Emile Lahoud, Ziel eines Bombenanschlags. Nun wurde Rafik Hariri ermordet, der als wichtigster Gegenspieler Lahouds galt. Zudem hatte sich Hariri in jüngster Zeit an die Spitze der Oppositionsbewegung gesetzt hatte, die den Abzug der etwa 14 000 syrischen Soldaten noch vor den Parlamentswahlen im Mai forderte. Hariri war im Oktober 2004 nach 12 Jahren als Premier zurückgetreten und hatte damit gegen eine Verfassungsänderung protestiert, die es Lahoud ermöglichte, weitere drei Jahre Präsident zu bleiben.

Hinter Lahoud steckt die Besatzungsmacht Syrien, die den ihr genehmen Ex-General weiter im Amt halten wollte. Hariris Ermordung zeigt, wie nervös die Syrer und die sie unterstützenden Kreise in Libanon sind. Der Druck auf Damaskus, seine Leute abzuziehen, steigt ständig, seit der UN-Sicherheitsrat im August Syrien erneut zum Rückzug aufforderte.

Der 69-jährige Lahoud hatte sich einst einen guten Namen gemacht, weil es ihm nach dem Bürgerkrieg gelungen war, eine ethnisch und religiös gemischte Armee aufzubauen. Als Syrien den Christen Lahoud 1998 zum Präsidenten machte, war das auch der Versuch, die Christen, die am stärksten einen libanesischen Nationalismus empfinden, mit den syrischen Besetzern zu versöhnen. Das ist nie gelungen – der maronitische Patriarch Nasrallah Sfeir war zuletzt einer der Hauptgegner einer Verfassungsänderung zugunsten Lahouds.

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