Linke : Frau Lafontaine

Genossen spotten über "gewisse Greise". Doch Oskar Lafontaine überrascht seine Genossen immer wieder.

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Der Spott musste kommen. Mitten in die Vorbereitung einer Mitgliederbefragung zur Doppelspitze der Linken, die 2012 neu gewählt werden soll, platzen die bekanntesten Strippenzieher mit der Forderung, man solle über eine neue Führung rasch in einem „gewissen Kreis“ entscheiden. „Gewisse Greise“, bloggten Genossen im Internet, würden die Personalfragen unter sich ausmachen wollen. Diese Kritik betrifft auch den früheren Vorsitzenden Oskar Lafontaine, der nach einer „kooperativen Führung“ gerufen hat. Er ist längst wieder zum Machthaber in den Hinterzimmern geworden, lässt verbreiten, nicht nur als Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl 2013 zur Verfügung zu stehen, sondern womöglich auch – die Runde macht das Wort von Mannheim zwei, einem Putsch wie auf dem SPD-Parteitag 1995 – eine Kandidatur als Vorsitzender zu erwägen. Das Comeback von Lafontaine im Bundestag ist zu erwarten. Aber will der Saarländer mit 68 wirklich noch einmal Parteichef werden, will die Linke ihn noch einmal in diesem Amt? Schwer zu glauben. Dem Machtinstinkt Lafontaines entspräche: Sahra Wagenknecht, die Frau an seiner Seite, zur Vorsitzenden aufzubauen. Für einen gewissen Kreis von Männern hätte das Charme, auch auf einem Parteitag könnte sie sich wohl behaupten. Und allen Spöttern hätte es Lafontaine mal wieder gezeigt.

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