Linke gegen Linke : Die Faxen dicke

Und schon wieder gibt es Theater bei der Linken. Wieder, im engeren und weiteren Sinne, um Klaus Ernst herum. Im Westen muss die Linke aufpassen, nicht abzustürzen, weil ihr so ziemlich alles, aber nur nichts Gutes zugetraut wird.

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Diesmal sollen mehrere Ernst nahestehende Kreisverbände in Bayern die Zahl ihrer Mitglieder künstlich in die Höhe getrieben haben, um so mehr Delegierte zu den Landesparteitagen schicken zu können, als ihnen eigentlich zustanden. Diese Behauptung des Landesschatzmeisters ist, logisch, sofort von den Landesvorsitzenden entschieden zurückgewiesen worden; sie wollen juristische und parteirechtliche Schritte prüfen und einleiten. Aber, erstens: Mal sehen, ob sie das wirklich tun. Das kann nämlich umgekehrt auch der Versuch sein, einen einzuschüchtern, der die Faxen dicke hat.

Zweitens wirft das Ganze unabhängig davon ein schlechtes Licht auf „Die Linke“: Hat der Schatzmeister recht – schlimm für die Partei. Hat er unrecht – auch schlimm. Wie kann so einer dann so weit nach oben kommen? Sicher wird jetzt eingewandt werden, dass auch in anderen Parteien solche Sachen vorkommen. Bloß ist ein aktueller Fall da gerade nicht erinnerlich, und der bekannte Fall Ernst spielt eben nun mal auch in Bayern. Nicht alles Unglück ist Zufall.

In NRW, in Bayern, aber auch anderswo im Westen muss die Linke aufpassen, nicht abzustürzen, weil ihr so ziemlich alles, aber nur nichts Gutes zugetraut wird. Die mitunter spinnerten Vorstellungen von Politik hinterlassen Spuren. Es war wohl doch allein Oskar Lafontaine, der in dialektischer Binnenspannung die Illusion der Regierungsfähigkeit auch durch eloquente Ablehnung einer Regierungsbeteiligung erweckte. Die hinter ihm im Westen haben nicht sein Format. Jetzt sieht man’s. Krass.

Der ostdeutsche Teil der Partei des demokratischen Sozialismus ist viel professioneller. Der wird sich überlegen müssen, wie lange er das noch mitmachen kann, ohne in den Abwärtssog zu geraten. Weil wir im Jubiläumsjahr der Einheit sind: Hier wächst nicht zusammen, was nicht zusammenpasst.

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