Linke Gewalt in Berlin : Angst vor dem 1. Mai

Die parlamentarische Linke muss alle Diskussionszugänge nutzen, die sich weiter radikalisierende Szene noch zu erreichen.

Gerd Nowakowski

Molotowcocktails gegen das Bundeskriminalamt in Berlin, Steine gegen ein Kommissariat in Hamburg – die linksextreme Szene sucht sich neue Ziele. Wer die Staatsmacht offen angreift, offenbart mit den koordinierten Anschlägen ein starkes Selbstbewusstsein und auch die Fähigkeit zur Zusammenarbeit über Stadtgrenzen hinweg. Das hat eine neue Qualität, zumal die Gewalttäter offenbar keinerlei Sorge haben, der Verfassungsschutz könnte ihre Kreise infiltrieren. Nicht zu Unrecht, wie die mageren Erfolge der Berliner Polizei gegen Auto-Brandstifter zeigen. Ganz unzugänglich aber sind die gewaltbereiten Autonomen nicht – das ergibt sich aus ihren Taten. Um dem Vorwurf zu begegnen, es würden die Autos „kleiner Leute“ zerstört, wird nun etwa in der „Interim“, dem Fachblatt für die militante Szene, als Parole ausgegeben, dass ein Wagen mindestens 50 000 Euro kosten solle. Und mit den „Angriffen“ auf die Zentralen der Macht scheint die radikale Linke auf Kritik zu reagieren, man mache nur die Wohngebiete der Normalbevölkerung kaputt. Die Gewaltoffensive erhöht die Sorge vor dem nächsten 1. Mai – umso dringender muss die parlamentarische Linke alle Diskussionszugänge nutzen, die sich weiter radikalisierende Szene noch zu erreichen.

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