Live-Übertragungen : Fußball ist das bessere Betreuungsgeld

Es herrscht Frieden im Land: Sky überträgt weiter die Bundesliga. Damit bekommen die Männer Fußball im Fernsehen - den Frauen bleibt eine unselige Debatte.

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Gut Nachrichten für Männer: Der Bezahlsender Sky behält die Live-Rechte an der Fußball-Bundesliga.
Gut Nachrichten für Männer: Der Bezahlsender Sky behält die Live-Rechte an der Fußball-Bundesliga.Foto: dapd

Wie macht man die Deutschen glücklich? Das ist nicht so schwer wie gedacht. Die Frauen sollen das Betreuungsgeld bekommen, die Männer bekommen den Fußball. Während aber das Betreuungsgeld ideologisch hoch umstritten ist, steht der Männer-Fußball außerhalb jeder Diskussion. Er ist Lebenszweck, Sedativum und Viagra in einem. Und der Fußball, zu kühn ist selbst diese These nicht, macht Männer glücklicher als es Frauen durchs Betreuungsgeld je werden könnten.

Fußball ist ein Gesellschaftsspiel. Die nicht zu überschätzende Bedeutung fordert es heraus, dass das Gesellschaftsmedium Nummer eins, dass das Fernsehen so viel Fußball wie möglich in Deutschlands Haushalte und Kneipen überträgt. Das wird beim wichtigsten Wettbewerb, der Bundesliga, bis 2017 der Fall sein. Die Deutsche Fußball Liga als Interessengemeinschaft der 36 Profivereine hat bei der Vergabe der Fernsehrechte den Status quo für die seligmachenden Übertragungswege bestätigt. Das schafft Frieden im Land.

Der Bezahlsender Sky behält die Liverechte an allen Partien von erster und zweiter Liga. Die geschätzten Kosten von 485 Millionen Euro pro Saison werden dessen Mehrheitsaktionär, den US-Medienimperialisten Rupert Murdoch, weiterhin stark belasten. In uneingeschränkter Solidarität mit den deutschen Männern hält der reiche Onkel aus Amerika an der fixen Idee fest, Pay-TV könne sich in Deutschland jemals rechnen. Beim Free-TV kümmert sich die ARD-„Sportschau“ weiterhin um die Erstversorgung jener Fans, die sich ein Sky-Abo nicht leisten können oder wollen. Die Gebührenzahler werden pro Spielzeit wieder weit über 100 Millionen Euro aufbringen, doch ist dieses Betreuungsgeld gut angelegt. Vati gehört am Samstag nicht dem Kind, Vati gehört am Samstag der „Sportschau“. Und die Süchtigen können sich die Tore über Smartphone und Tablet auf die Spielplätze liefern lassen.

Die Liga wird über die neuen Medienverträge rund zwei Milliarden Euro in vier Jahren einnehmen. Das Gesellschaftsspiel Fußball ist ein dickes Geschäft für die Männer in den kurzen Hosen. Aber es ist Konsens, dass Fußball (im Fernsehen) kostet. Für die Frauen hält dieses Faktum die schockierende Erkenntnis bereit: Männer in der Männergruppe funktionieren wenn auch simpel, so doch geschlossen. Fußball ist der Leim, der zusammenhält, was sich zusammengehörig fühlt. Ein Leben ohne Ball wäre mit keinem (Betreuungs-)Geld der Welt auszugleichen. Das haben die Männer so unmissverständlich klargemacht, dass TV-Fußball die neue Rekord- und Wahnsinnssumme von 2,5 Milliarden Euro verschlingen darf.

Frauen diskutieren lieber über Feminismus und Familienpolitik statt über Fußball. Das Betreuungsgeld ist unglücklicherweise der Relevanzknochen, an dem sie sich vernagen. Wenn sie die alte Fußballerweisheit befolgen und den Kopf heben würden, dann würden sie erkennen: Das Betreuungsgeld ist nicht mehr und nicht weniger als die Abseitsfalle deutscher Familienpolitik. Und es schießt keine Tore.

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