Meinung : Lob der Vergleichbarkeit

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Die Angst geht um: Am 27. Juni werden die Ergebnisse der innerdeutschen Pisa-Studie präsentiert. Beim Gymnasialvergleich ist dann auch das Land Berlin dabei, das sich ja durch Datenschlamperei dem allgemeinen Vergleich entzogen hatte. Schulsenator Böger weiß offenbar, was er zu befürchten hat, denn er geht in die Offensive und will nun doch umsetzen, wogegen sich viele Berliner Genossen lange gesträubt haben: das Zentralabitur. Ebenso reagiert sein Parteikollege aus Niedersachsen, Ministerpräsident Gabriel, der von Pisa auch nicht viel Gutes zu erwarten hat. Das zentrale Abitur hat unbestreitbare Vorteile. Leistungsstandards werden vereinheitlicht, die Niveau–Unterschiede, die es zwischen den Schulen gibt, transparent. Das bringt produktiven Wettbewerb, die schlechteren Schulen werden zum Nachbessern gezwungen. Kein schlechter Anfang also. Ebenso offensichtlich ist aber, dass zentrale Prüfungen und vergleichbare Leistungsstandards keine Schul- und Unterrichtsreformen ersetzen. Und kein Engagement. Da hilft ein kurzer Blick ins Pisa-Musterland Finnland. Dort sind – nur mal so als Beispiel – die Lehrer 35 Stunden in der Woche in der Schule präsent, als Ansprechpartner für Schüler, Eltern, oder um Projekte und Unterricht vorzubereiten. Davon ist Berlin noch weit entfernt. svs

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