Lufthansa-Chef Franz verlässt das Unternehmen : In Turbulenzen

Ohne Christoph Franz an der Spitze, ohne sein persönliches Eintreten für das Sparprogramm könnte die Lufthansa die Balance verlieren

Henrik Mortsiefer
Foto: dpa

Wer wollte einem Top-Manager verdenken, dass er seine Frau und die schulpflichtigen Kinder gerne öfter sehen würde? Vielleicht versucht Lufthansa-Chef Christoph Franz ja, Beruf und Privatleben in eine Balance zu bringen, wenn er 2014 von Frankfurt (wo er im Hotel übernachtet) zum Pharmakonzern Roche in die Schweiz wechselt (wo die Familie wohnt). Franz hat sich zu seinen Motiven, Europas größte Fluggesellschaft mitten in der Umstrukturierung zu verlassen, nicht geäußert. Umso konkreter wird über die Folgen des überraschenden Abschieds diskutiert – und mögliche Gefahren. Ohne Franz an der Spitze, ohne sein persönliches Eintreten für das Sparprogramm könnte der Konzern die Balance verlieren. Denn Franz hinterlässt seinem Nachfolger den schwierigsten Teil: den Abbau von 3500 Stellen, die Neuverhandlung von Tarifverträgen, die Abwendung von Streiks. Der Stabwechsel muss reibungslos funktionieren. Turbulenzen würden die Lufthansa mit 120 000 Mitarbeitern im Wettbewerb mit aggressiven Airlines wie Emirates zurückwerfen. Carsten Spohr, Chef des Passagiergeschäfts und enger Mitstreiter von Franz, wird als chancenreicher Kandidat gehandelt. Für das Unternehmen ist er eine gute Wahl.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben