Meinung : Lust am Verlust

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25 Milliarden Verlust, verkündete der TelekomChef vor einigen Wochen. Er lächelte, und die Konkurrenz geriet in Panik. Wie sollte man das schlagen? Dann meldete die Lufthansa: 50 Millionen Verlust pro Woche! Anständig gekontert, das Rennen war wieder offen. Am Montag nahm sich Grundig aus dem Rennen, verständlicherweise: Die Pensionsverpflichtungen des Unternehmens betrugen nur lächerliche 200 Millionen. Der Berliner Senat verwies noch einmal stolz auf die Neuverschuldung von 4,3 Milliarden Euro. Doch die Spielregeln sind eindeutig: Staatsbetriebe sind beim deutschen Verlustepokal nicht zugelassen. Nun, plötzlich, eine dramatische Wende – das Versandhaus Quelle bietet 50 Smart Cabrios für je 1990 Euro an. Verlust pro Auto: rund 10 000 Euro. Peanuts, ruft die Lufthansa, die das Kleingedruckte nicht gelesen hat. Im Preis sind Fertiggarage und Vollkaskoversicherung enthalten. Die Garagen wird Saddams arbeitsloser Palastarchitekt bauen, die Versicherung schließt die gesamten Sozialsysteme des Landes mit ein. Der Sieg wird Quelle so nicht mehr zu nehmen sein. mos

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