Meinung : Mach’s anders

AIDS-INFEKTIONEN BEI JUGENDLICHEN

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Sie lassen sich mit Alcopops zulaufen und glauben, dass Aids nicht viel schlimmer ist als eine gewöhnliche Grippe. Sind die Berliner Teenager verantwortungsloser denn je? Oder kann es sein, dass die staatlichen GesundheitsPromoter ihre jüngste Zielgruppe nicht erreichen? Einem 14-Jährigen kann niemand vermitteln, dass Kondome („Mach’s mit“) cool sind – wohl aber, dass Unachtsamkeit, Fahrlässigkeit und Unwissen töten können. Die witzige Masche, mit der die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung seit Jahren das Abendprogramm versüßt, in allen Ehren. Aber angesichts der jüngst veröffentlichten Zahlen der Neuinfektionen darf zumindest die Aids-Aufklärung sich nicht länger als brave Comedy-Show inszenieren. Die abgebrühte Multimedia-Generation muss neu unterwiesen werden – zur Not muss eben Rita Süssmuth noch einmal ran. Die ehemalige Gesundheitsministerin hat in den 80er Jahren erfolgreich am düsteren Bild der bedrohlichen Massen-Infektion mitgemalt. Das Wissen um die Gefahren des Virus überträgt sich aber nicht automatisch von der älteren Generation auf die jüngere. Wirkungsvolle Aufklärung setzt immer bei null an. Das gilt auch für die Schulen: in Mädchen- und Jungentoiletten gehören Kondom-Automaten. Warum nicht mal einen Wandertag zu Pro Familia umlenken oder zum Hospiz für Aids-Kranke? Manchmal hilft nur noch die Schocktherapie. oom

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