Meinung : Machteinspruch

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Was ist dramatisch zu nennen? Ist es dramatisch, dass SPD-Chef Platzeck und Vizekanzler Müntefering aneinander geraten sind wegen der Rente? Ist es dramatisch, dass Müntefering danach öffentlich sehr kühl über Platzecks Einspruch hinweggeht? Ist es dramatisch, dass in der Partei immer mehr Genossen murrend wissen wollen, wofür die Partei und Platzeck über das Tagesgeschäft hinaus stehen? Na ja, nicht alles ist gar so dramatisch; der neue SPD-Chef wird schon nicht gleich wieder aus dem Amt gestimmt werden. Aber die Summe zählt, der Eindruck halt, dass sich erstens Partei und Chef doch erst noch finden müssen, ungeachtet des Jubels am Anfang, und dass sich zweitens die anderen, voran Müntefering, auch erst noch in ihre neue Rolle hineinfinden müssen. Der Vizekanzler kann es nicht lassen, Schröder in der Version 06 zu geben, mit Basta und anderen kurzen Sätzen. Da drückt sich ein kalter Machtanspruch aus. Nur dafür haben die Sozialdemokraten Müntefering nicht abgewählt: dass er so tut, als sei im Grunde egal, wer unter ihm SPD-Vorsitzender ist. cas

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