Meinung : Made in Germany

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Jetzt sind es 420 Millionen Euro. Für einen Konzern wie Siemens, der im Jahr 87 Milliarden Euro umsetzt, mag das eine vernachlässigbare Größe sein. Der tatsächliche Schaden, den die Affäre anrichtet, ist ohnehin weit größer. Und das nicht nur, weil immer mehr Geld gefunden wird, das offenbar in schwarze Kassen floss und zudem nun auch ein ehemaliger Zentralvorstand in Haft sitzt. Siemens fängt erst mit der Aufarbeitung an, wer weiß, was noch alles herauskommt. Doch genau hier macht Siemens einen Fehler. Zwar wurden jetzt viele Experten geholt, die aufklären und auch verhindern sollen, dass solche illegalen Machenschaften künftig noch möglich sind. Siemens meine es ernst mit der „Null Toleranz“-Politik, sagt Konzernchef Klaus Kleinfeld, und Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer – zur fraglichen Zeit Herr im Hause – fordert lückenlose Aufklärung. Doch Vorstand und Aufsichtsrat agieren immer noch zu reaktiv. Und das ist falsch. Siemens muss bei der Aufklärung der Affäre noch viel stärker in die Offensive gehen – gerade auch im Ausland. Denn der Konzern, der nur 20 Prozent seines Umsatzes in Deutschland macht, trägt auch Verantwortung für den Ruf anderer deutscher Firmen, die im Ausland Geschäfte machen wollen. vis

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