Meinung : Mahlzeit!

„20 Millionen Tonnen Essen landen im Müll“ vom 17. Mai

Viel zu wenig wird in unserer Gesellschaft über die Verschwendung von Lebensmitteln nachgedacht. Mich wundert auch, dass Umweltorganisationen angesichts der unglaublichen Energieverschwendung bei der Überproduktion von Lebensmitteln nicht aufbegehren. Für mich, der ich als Kind in den Nachkriegsjahren hungerte und um Essen bettelte, ist es unbegreiflich, wie in Familien und Schulen mit Nahrungsmitteln umgegangen wird. In vielen Familien wirft man weg, was schlechter schmeckt als erwartet. In Kitas und Schulen regt sich niemand auf über abgestellte, noch halb volle Teller, über die große Tonne mit Essensresten. Und beim Urlaub kann einem der Appetit samt Urlaubsfreude vergehen. Eigentlich ist hier jeder selbstbestimmt und kann freiwillig aussuchen, was er essen möchte. Aber die Teller fassen die Mengen kaum, die sich die Leute, als seien sie kurz vor dem Verhungern, aufladen, und dann wird die Hälfte oder mehr stehen gelassen. Man könnte sich beschränken und nachnehmen von dem, was besonders gut mundet. Ist das zu viel verlangt? Hier geht es um verantwortungsvolleren Umgang mit unserem Reichtum und unserer Umwelt: „Nimm dir nur so viel auf den Teller, wie du essen magst. Sei dir bewusst: Über eine Milliarde Menschen hungern!“

Barbara Schubert-Felmy,

Berlin-Charlottenburg

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