Meinung : Mal bitte kurz ruhig sein!

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Die meisten Behörden gelten als vollkommen beratungsresistent. Dennoch geben sie Millionen für Beraterverträge aus, deren Ergebnisse dann als untauglich zu den Akten gelegt werden. Seltsamerweise hat sich auch die Bundeswehr beraten lassen, obwohl wir doch das gesammelte Totschieß bzw. Durchmarschier-Wissen längst komplett in ihrem Besitz wähnten – der Laden hat sogar eine eigene Hochschule. Was also hat Roland Berger, was die Generäle nicht haben? Vermutlich geht es um Kommunikation und Stärkung der Eigenverantwortung; die Kommissköppe werden zu teamorientierten, kostenbewussten Fallmanagern umgeschult. Der Artillerist ballert nicht mehr einfach los, sondern stellt zunächst eine Kosten-Nutzen-Analyse an, der Hauptfeldwebel wird zum Deputy Field Officer und brüllt statt „Stillgestanden!“ viel motivierender „Mal bitte kurz ruhig sein!“, der Mann am Feldtelefon flötet „Guten Tag, Sie sprechen mit dem Obergefreiten Müller, was kann ich für Sie tun?“, und das Bettenbauen wird privatisiert. Auch sog. Synergieeffekte zwischen den Beraterverträgen könnten genutzt werden: Warum sollte Florian Gerster seine Arbeitslosen nicht bewaffnen und zum Aufpassen nach Bagdad schicken? In den Arbeitsämtern wäre dann auch viel mehr Platz für die weitere Rolandbergerisierung des Landes.

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