Meinung : Mal eine gute Nachricht

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Bisher betraf das Problem nur die gesetzlich Versicherten. Sie mussten mit ihren Beiträgen etwas mitbezahlen, was in einer Krankenversicherung eigentlich nichts zu suchen hat: die Folgekosten der Arbeitslosigkeit. 125 Euro pro Monat erhalten die Kassen für jeden Arbeitslosen vom Staat – ein Draufzahlgeschäft, das sich im Jahr auf 300 Millionen summiert. Wer privat versichert war, spürte nichts davon. Er zahlte nur für sein eigenes Krankheitsrisiko – und wusste, dass er im Fall eigener Arbeitslosigkeit wieder zurück ins warme Nest der gesetzlich Versicherten durfte. Finanziell geradestehen musste dafür die Solidargemeinschaft derer, die weniger verdienen. Das war nicht nur ungerecht, es war auch volkswirtschaftlich unsinnig. Nun sollen auch die Privatkassen Arbeitslose aufnehmen – und mitsubventionieren – müssen. Das ist, wenn es dabei bleibt, eine kleine Revolution im bisher so starren deutschen Gesundheitssystem. Und es zeigt, dass die Reform sozialdemokratischer ausgefallen ist, als es manchem Unionspolitiker lieb sein dürfte. Es wäre ein Wunder, wenn die Debatte darüber nicht noch mal losbräche. Aber eine Alternative gibt es nicht – außer, man versucht es endlich ernsthaft mit einer Steuerfinanzierung. raw

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