Meinung : Mandelas neuer Kampf

AIDS IN AFRIKA

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Es passte so wunderbar in die Zeit. Als Nelson Mandela im Frühjahr 1990 das Gefängnis als freier Mann verließ, hatte das für Afrika eine Signalwirkung wie der Mauerfall drei Monate zuvor für Europa. Mandelas Freilassung war der Anfang vom Ende der Apartheid, des rassistischen südafrikanischen Regimes. Nicht alle Hoffnungen haben sich erfüllt, doch am Kap gelang ein erstaunlich friedlicher Übergang zur Demokratie. Das ist schon etwas in Afrika. Mit 84 Jahren führt der ExPräsident sein Land jetzt noch einmal in einen epochalen Kampf – den Kampf gegen Aids. Ein Fünftel der 15- bis 49-Jährigen in Südafrika ist HIV-positiv. Mandela rührt an ein afrikanisches Tabu und fordert von der Regierung Mbeki, die Seuche nicht länger zu leugnen. Er selbst habe das Thema einst im Wahlkampf heruntergespielt. Mandela kritisiert, indem er sich zu einem Fehler bekennt, statt seine Nachfolger abzukanzeln. 27 Jahre Gefängnis haben ihn nicht verbittert. Was aber wird aus Südafrika, wenn der große alte Mann nicht mehr ist? mah

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