Mappus und Stuttgart 21 : Ba(hn)sta(tion)

Kommen alle Fakten auf den Tisch und alle Beteiligten an den Tisch, kann am Ende keiner mehr sagen, er hätte es nicht gewusst. Eine Lösung im Streit um Stuttgart 21 ist das zwar nicht – aber dennoch ein Weg aus der Sackgasse.

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Und das sollen jetzt alle glauben? Mappus, der den Geißler macht; der wie der alte Weise sagt, Basta-Politik sei von gestern? Na ja, gestern hat Stefan Mappus, seines Zeichens amtierender Ministerpräsident in Baden-Württemberg, noch gesagt, dass der unterirdische Bahnhof Stuttgart 21 kommen müsse, und hat dafür erklärtermaßen den „Fehdehandschuh“ aufgenommen. So viel Basta war selten. Kaum zu glauben, dass sich jetzt alles ändert, nur weil Heiner Geißler zwischen den Fronten steht. Zu schlichten gibt es da nämlich nichts und zu vermitteln bloß im Sinne von Kommunikation und Transparenz. Doch genau das ist auch eine Chance. Kommen alle Fakten auf den Tisch und alle Beteiligten an den Tisch, kann am Ende keiner mehr sagen, er hätte es nicht gewusst. Die Lösung ist das noch nicht, weil ja keiner einfach nachgeben wird. Aber die neu gewonnene Offenheit wäre dennoch ein Weg aus der Sackgasse – indem danach das interessierte Volk nach seiner Meinung befragt würde. Keine Abstimmung, wohlgemerkt, sondern eine Befragung. Die klärte dann Lage und Stimmung. Am besten noch vor der Landtagswahl, damit die Entscheidung darüber, wer das erfolgreichste Bundesland regieren soll, nicht nur zu einer über einen Bahnhof wird. Denn sonst käme wahrscheinlich das Basta, das als erster Mappus fürchten muss.

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