Marco Rubio: : „Die Begrenzung der Regierung hilft Bürgern“

Seine Eltern sind 1956 aus Kuba geflohen. Nun antwortet der republikanische Hoffnungsträger Marco Rubio auf Barack Obamas Rede an die Nation. Ein Porträt.

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Foto: AFP
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Auf ihm ruhen die Hoffnungen vieler Republikaner – am heutigen Dienstag im Rededuell gegen Barack Obama und langfristig im Kampf um das Weiße Haus 2016. Marco Rubio wird auf die Rede des Präsidenten zur Lage der Nation antworten. Der Exilkubaner wirkt in vielem wie eine konservative Variante Obamas. Auch er ist der Sohn eines Migranten, der in Amerika die Freiheit suchte. Mit seinen 41 Jahren gilt er als jung und modern. Er ist redegewandt, hat Ausstrahlung und stammt aus einer Bevölkerungsgruppe im Aufstieg, die ihren Anteil an der Macht einfordert.

Die Latinos sind die mit Abstand größte und am schnellsten wachsende Minderheit. Ihre Wähler haben die Wahl 2012 zugunsten Obamas entschieden. George W. Bush hatte 2004 noch 44 Prozent der Latino-Stimmen bekommen, Mitt Romney 2012 nur noch 27 Prozent. Die Republikaner müssen den Trend wenden.

Natürlich gilt die Aufmerksamkeit der Medien hauptsächlich dem Präsidenten. Wenn die TV- Sender nach dessen rund einstündigem Auftritt die Gegenrede der Opposition ausstrahlen, sinken die Einschaltquoten markant. Rubio wird in seiner Erwiderung englisch und spanisch sprechen. Er wird seinen Appell aus dem Wahlkampf bekräftigen, dass auch die Republikaner das Einwanderungsrecht reformieren möchten. Beim zentralen Thema, Wirtschaft und Arbeitsplätze, wird er jedoch den Kontrast hervorheben: Obama und seine Demokraten glaubten an die Steuerungskraft der Regierung. Die Konservativen setzen dagegen auf Privatinitiative und die Reduzierung einengender Vorschriften. „Die Begrenzung der Regierung ist der beste Weg, der Mittelklasse zu helfen“, kündigt er als Botschaft an.

Seine Eltern waren 1956 aus Kuba geflohen. Rubio erwarb die US-Staatsbürgerschaft mit seiner Geburt im Mai 1971 in Miami. Seine Eltern wurden 1975 eingebürgert. Er studierte Jura und wurde mit 28 Jahren in das Repräsentantenhaus von Florida gewählt, wo er rasch aufstieg und 2007 Parlamentspräsident wurde. 2010 forderte er bei der Kandidatenaufstellung für den US-Senat den favorisierten Gouverneur von Florida, Charlie Crist, heraus und gewann mithilfe der „Tea Party“. Seither hat er seine Positionen in vielen Bereichen abgeschwächt. Der Auftrag, auf Obamas Rede zu antworten, ist eine Chance, aber auch ein Risiko. Seine Vorgänger wirkten blass. Von Rubio wird mehr erwartet. Christoph von Marschall

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