Massentrauer in Iran : Tod eines Kritikers

Die Islamische Republik kommt nicht zur Ruhe. Nun machen sich wieder zehntausende Menschen aus allen Teilen des Landes auf nach Qom. Sie wollen dabei sein, wenn der populäre Regimekritiker Hossein Ali Montazeri beerdigt wird. Und sie wollen erneut demonstrieren, dass das Regime in Teheran ihre Rechte mit Füßen tritt. Alle ausländischen Journalisten bleiben in Qom ausgesperrt, das Regime gibt sich nach wie vor kompromisslos, inzwischen aber auch ratlos. Von einer geordneten Innenpolitik kann keine Rede mehr sein. Teherans Außenpolitik wird selbst von den langjährigen Unterstützern Russland und China nur noch kopfschüttelnd kommentiert. Dagegen bietet der Festkalender stets neue Anlässe für das Volk, seinen Unmut zu äußern. Am Wochenende begann der schiitische Trauermonat Muharram. Höhepunkt ist am 27. Dezember das Aschurafest, wo üblicherweise Millionen Menschen auf den Straßen sind. Der ehemalige Mitrevolutionär Montazeri hat bis zu seinem Lebensende die Rechte seiner Mitbürger eingefordert. Lasst euch nicht provozieren, gab der verstorbene Großajatollah der grünen Bewegung als letzten Rat mit auf den Weg. Und erwartet keinen einfachen und schnellen Sieg. MG

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