Meinung : Matthies meint: Auf nach Kabul

Neben die traditionellen biblischen Plagen und die nicht weniger gefährlichen Bedrohungen der Neuzeit - Terrorismus, Steuerlast, RTL 2 - ist in Berlin der brutale Kampf des rot-dunkelroten Senats gegen die Reiterstaffel der Polizei getreten. Wowereit und Körting wollen, Sie wissen es, die netten Hottehüs plattmachen, doch der Eingeborene, der einmal jährlich zwei dieser Tiere mitsamt Reiter im Wald antrifft, ist dagegen aufgestanden, als sei der leibhaftige Gafron hinter ihm her. Würde es gelingen, Gregor Gysi beim Essen eines blutigen Fohlensteaks zu ertappen? Ja, der Druck wurde so groß, dass kein Geringerer als der SPD-Innenminister persönlich sich die Frage stellte, ob er die Pferde nicht für irgendwas brauchen könne, und seine Antwort lautete: ja. So kam die Reiterstaffel zum Grenzschutz, und der Senat atmete auf; Schily hätte sich freilich denken können, dass ein so Titelseiten-erprobtes Thema damit nicht zu erledigen ist. Nun wird, die CDU hat es angedroht, der Haushaltsausschuss des Bundestages um das Thema streiten, und Scharpings Airbusse haben in Schilys Pferden ein würdiges Pendant gefunden; es wird dem Minister wohl nichts anderes übrig bleiben, als die Reiterstaffel zum Beweis ihrer Bedeutung nach Kabul zu entsenden. Aber wehe, dort geschieht einem der Pferde irgendein Leid! Dann ist die Bundesregierung endgültig verloren.

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