Meinung : Matthies meint: Bajuwarische Geräusche

Nehmen wir nur mal das, was wir ganz sicher wissen. Carlos: Top-Terrorist. Tony Marschall: Stimmungskanone. Edmund Stoiber: Einser-Jurist. Einser-Jurist? Da geht es schon los. Denn der bayerische Ministerpräsident verkörpert diese Elite zwar so überzeugend, dass er glatt den Bundesverband der Einser-Juristen leiten könnte - doch er hatte nur eine Dreikommanull im Examen. Wir entnehmen dies einer soeben vorgelegten Stoiber-Biographie, die auch sonst ernsthafte Zweifel an der Eignung des Kandidaten für das Amt des Bundeskanzlers weckt. Er ist am Rosenheimer Gymnasium einmal sitzengeblieben, lernte das Küssen von Rosalinde Markl und betörte später die Touristinnen aus dem Norden durch "kernig bajuwarische Sitten und Geräusche"; beim künstlichen Rülpsen galt der blonde Jungbayer sogar als unschlagbar. Das alles könnte noch als bajuwarische Folklore durchgehen; dass Stoiber aber die Lehrer nach 68er Manier durch linke Sprüche provozierte, kann nicht mehr als kanzlerabel gelten. Spätestens hier muss sich der Blick wieder auf die schöne Rosalinde richten. Wer war sie? Hat sie mit dem schönen Edmund gefrühstückt? Unter einer Decke gesteckt? Es reicht jedenfalls für einen Untersuchungsausschuss und das Ende aller Kanzlerträume. Der Sieger ist: Friedrich Merz. Denn der riskiert nicht einmal bajuwarische Geräusche.

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