Meinung : Matthies meint: Bullen hauen

Sollte es noch irgendein Problem geben, das nicht per Internet lösbar ist, so ist das Pech fürs Problem. Denn ohne Netz läuft nichts mehr, nicht einmal die gute alte Politik. Der kroatische Präsident Mesic beispielsweise bietet jetzt auf seiner persönlichen Website die Möglichkeit, sich mit ihm zu schlagen. Vorgegeben ist allerdings die japanische Nanbu-Do-Kampftechnik, die Mesic perfekt beherrscht. Keine Chance für Gelegenheits-Kämpfer - aber so haben Mesics Gegner immerhin die Möglichkeit, Aggressionen abzubauen und den weiteren parlamentarischen Dialog ohne Zorn zu führen. Auch aus Deutschland gibt es Neues aus der virtuellen Arena: Das Online-Spiel "Bullen hauen" erlaubt es jetzt, zuzusehen, wie unser Außenminister als Comic-Figur Polizisten verprügelt. Das ist ein Schritt ohne politische Konsequenz. Denn die würde ja nahe legen, dass umgekehrt auch einmal Joschka Fischer geprügelt werden darf, so wie sein Kollege Mesic. Möglicherweise im Rahmen einer Moorhuhn-Jagd? Anreiz für die Opposition: Wer die meisten Punkte hat, wird neuer Außenminister.

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