Meinung : Matthies meint: Der nächste Globalisierungsskandal

Einer der größten Vorzüge des Internets liegt darin, dass es weltweit Menschen mit gemeinsamen Interessen verbindet, Menschen, die beispielsweise unter einer Schildkrötensuppen-Allergie leiden oder die Verbreitung der Äolsharfe fördern wollen. Die Fußballfans, so schien es, treffen sich lieber direkt im Stadion. Von wegen: Denn es regt sich per Computer erster Widerstand gegen die WM-Hymne der Popsängerin Anastacia, obwohl die doch jegliches Sinnen und Streben des Fußballsports zu einem Ei des Pythagoras zu verdichten versteht: "Boom", zu deutsch: Bumm. In Titel und Interpretin nämlich manifestiert sich angeblich die Hegemonie der amerikanischen Entertainment-Industrie, und das beleidige Millionen von Fans sowie die Gastgeberländer ... Der nächste Globalisierungsskandal also, aber bevor jetzt wieder alle losrennen und Genua zerschmeißen, eine Frage: Welches Lied wäre denn sonst in Frage gekommen? Deutsche Nationalkicker, die "Fußball ist unser Leben" brummen? Oder wäre ein fernöstliches Bumm-Äquivalent - Banzai? Hokkaido? - angenehmer gewesen? Wir sollten schon mal was hegemoniefreies komponieren für die WM 2006: "Elf FreundInnen müsst ihr sein", vertont von einem Neuköllner ABM-Gitarristen unter Mithilfe der Sambafrauen Gropiusstadt. Ähm: Ist da draußen im Web noch jemand mit einer besseren Idee?

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