Meinung : Matthies meint: Der Sinn des Klonens

Blickt noch jemand durch in der genbiologischen Diskussion? Präimplantationsdiagnostik, therapeutisches Klonen, Stammzellen, Einzelzellen - je mehr diskutiert wird, um so stärker brummt dem Laien der Kopf. Es braucht das Wort eines großen Mediziners, der allein Klarheit schaffen und die großen Perspektiven aufreißen kann, eines Mediziners wie Christiaan Barnard. Familienplanung, meint er freudig erregt, geht in Zukunft so, dass ein künstlich gezeugter Embryo ausgetragen wird, während seine geklonten Duplikate, viele Duplikate, in der Tiefkühltruhe landen. Man beobachtet in Ruhe, wie aus dem Kerlchen ein Gemüsehändler wird, ein Drogendealer oder, in Gottes Namen, ein Herzchirurg. Werdende Eltern können dann einfach in die Kühltruhe langen und sich ihren Sprößling nach Maß wählen, den potenziellen Gemüsehändler, Drogendealer oder Herzchirurgen. Sind sie in finanzieller Bedrängnis, käme dagegen eher ein Top-Model in Frage, weil das ohne erhebliche Ausbildungskosten schon nach rund 16 Jahren satte Profite abwirft, sofern der Typ dann noch gefragt ist. Interessant unter diesem Aspekt wären auch Tennisstars wie Steffi Graf: Was würde ein Klon unserer Lieblings-Tennisspielerin kosten, wenn es ihn schon heute im Eltern-Supermarkt zu kaufen gäbe? Tolle Aussichten. Andererseits: Wäre ein Wimbledon-Turnier mit 16 Steffi Grafs im Achtelfinale wirklich ein Fortschritt?

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