Meinung : Matthies meint: Die Schlacht um St.Gilgen

Es ist still geworden ums idyllische St. Gilgen. Helmut Kohl ist zum ersten Mal seit 30 Jahren nicht an den Wolfgangsee gekommen, und der Ort leidet mit ihm. Doch ist, wie der "Spiegel" aus diesem Anlass mutmaßt, damit auch das Verschwinden der Idylle aus der deutschen Politik besiegelt, das Ende von blühenden Landschaften und Kaminabenden auf der Krim? Oder ist einfach nur der Kampf der Diadochen entbrannt, die Schlacht um unser aller inneres St. Gilgen? Es gibt da ein Bild, nicht aus Österreich, sondern von den Bergen am Tegernsee: Links Kühe von hinten, rechts eine Kuh im Profil, dazwischen ein Wandererpaar, beide freundlich lächelnd. Die blonde Frau einen Schritt zurück, er vorn mit Führungsanspruch und, ähm, Schulterhalfter? Nein, es ist nur ein doppelt verschnürter Rucksack, und er wird getragen von Doktor Frank Steffel. Mit den Händen packt der Kandidat je einen Skistock, so, als habe ihm Wowereit jetzt auch noch Skier und Schnee weggenommen. Doch die wirkliche Botschaft von Rucksack und Stöcken lautet: Hier geht einer absolut kein Risiko ein. Sie können in St. Gilgen langsam die Betten beziehen.

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