Meinung : Matthies meint: Die Wahrheit über den Euro

Wir haben das Problem unterschätzt. "Bevor sich ihre gute alte DM in Euro verwandelt", schreibt das Berliner Autohaus Soundso, "sollten Sie Ihr Geld wertbeständig anlegen." Mit dieser Geldanlage ist seltsamerweise ein Auto für 40 000 Mark gemeint, obwohl doch jeder weiß, dass Autos in drei Jahren mehr als die Hälfte ihres Werts verlieren. Wertbeständig? Oder gibt es da etwas am Euro, das uns die Bänker verschweigen? "Dieser Euro", wird der Mann vom Currywurststand uns bald eröffnen, "hat schon dreitausend Bezahlvorgänge hinter sich, stammt aus Italien, und der Termin für die Hauptuntersuchung ist überschritten. Dafür kriegen Sie gerade noch eine kleine Tüte Pommes, ohne Majo." Nicht lange, und es etabliert sich am Straßenrand unter bunten Flatterleinen der erste Gebrauchtgeldhändler und offeriert uns den "Zweithandeuro der Woche". Später wird sich herausstellen, dass er elektronisch den aufgedruckten Wert verstellt, mehrere Vorbesitzer und die Beteiligung des Scheins an einem schweren Banküberfall verschwiegen haben. Da hilft es wenig, dass die Landeszentralbank ihn beim Kauf eines neuen Geldpakets nachsichtig in Zahlung nimmt. Bundesbank-Präsident Welteke hat uns gerade ermahnt, nach dem 1. Januar nicht gleich den ganzen Geldautomaten zu leeren, sondern nur zu ziehen, was unbedingt nötig ist. Der Mann weiß, wovon er redet.

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