Meinung : Matthies meint: Doodling mit Convenience

Im Grunde ringen wir ja vor allem darum, verstanden zu werden. Das fängt kurz nach der Geburt an und führt bis in die höchsten Ränge der Gesellschaft. Wenn z.B. Ron Sommer erklärt, er hätte dies und das besser kommunizieren sollen, ist das sowohl Diagnose als auch Symptom dieses Ringens, denn kaum jemand versteht, was er damit meint. Ist Herr Sommer eine Röhre? Auf den Straßen breitet sich derweil die sog.Kanaksprak aus, deren Hauptkennzeichen das ständig eingestreute "Weisstu!" und "Verstehstu!" ist, ein anderes Zeichen defekter Verständigung. Am Potsdamer Platz hat sich jetzt ein Zeitungshändler das Wort "Convenience" aufs Schild geschrieben - ein Totalschaden. Französisch? Englisch? Eine neue Zeitung? Wie es aussieht, kann uns nur noch der Computer helfen, und gottlob steigen in dieser kritischen Lage die ersten Suchmaschinen ins Übersetzungsgeschäft ein, nicht nur mit Vokabeln, sondern mit kompletten Texten. "Google" etwa liefert Folgendes: "Wir füllen bilden für cash Barentnahme, schreiben Report benötigen für Schule Programm oder für Arbeit, halten Buch und planen ein Etat, gerade doodling auf Papier mit wandering Gedanke, schreiben Geschichte." Wir sehen: Der Sinn im herkömmlichen Sinn hat längst verloren, wird ersetzt durch irgendwas Anderes. Convenience vielleicht. Oder einfach durch den wandering Gedanken.

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