Meinung : Matthies meint: Er färbt, er färbt nicht ...

Liegt es an der Weihnachtsstimmung? Das ist die Zeit der großen Bekenntnisse, auch und gerade in den Zeitungen. Aber wie kommen sie hinein? Sie müssen sich das so vorstellen, dass unten im Souterrain der Redaktion ein paar junge, nervlich belastbare Praktikanten die Flut der in großen Kübeln hereinkommenden Selbstentblößungen sichten. Einer ist nur für die Luder zuständig und schmettert gleich deren Honorarforderungen ab. Auch Frau Wussows schmählicher Kleider-Ausverkauf fällt in diese Kategorie, während Boris und Babs ins Ressort des Paarungsbeauftragten gehören, der gerade durch das Baby von Ralf und Cora über Gebühr abgelenkt war - eventuell muss hier stellenmäßig umgeschichtet werden. Der jeweils jüngste Mitarbeiter der Sichtungsstelle ist für Krankengeschichten zuständig und zur Zeit noch etwas blass um die Nase wegen der Pop-Sängerin Anastacia und ihrer chronischen Darmentzündung; als begehrter Aufstiegsposten gilt dagegen die Abteilung für Verschönerung und kosmetische Chirurgie, die seit Jahrzehnten in Sachen Christine Kaufmann recherchiert. Doch es gibt auch Chefsachen, beispielsweise alles, was den Bundeskanzler betrifft. Der heilige Gral in dieser Angelegenheit ist die Haarfarbe Gerhard Schröders. Färbt er, oder färbt er nicht? Da ist das Outing: "Ein Bundeskanzler, der sich die Haare färbt, frisiert auch jede Statistik", sagt der CDU-Abgeordnete Laumann. Wir erwarten eine Erklärung des Kanzlers. Was frisiert er? Bitte noch vor Weihnachten bei unserer Bekenntnisstelle melden.

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