Meinung : Matthies meint: K-urze K-arriere

Es hätte eine so spannende Woche werden können. Endlauf in der K-Frage! Hunderte Journalisten hörten dem Gras beim Wachsen zu, in den Pressestellen der Parteien wurden die vorbereiteten Erklärungen stündlich aktualisiert, über der Berliner CDU-Zentrale kreisten die investigativen Frühwarnstationen, die notwendig sind, um die nach der Entscheidung abgefeuerten Tomahawk-Leitartikel in einem argumentativ abgesicherten Korridor sicher ins Ziel zu führen. Und nun ist Angela Merkel einfach abgesprungen, und uns Presseleuten bleibt eigentlich nur, darüber zu sinnieren, weshalb "definitiv nicht" auf bayerisch "aber gern" bedeutet - möglicherweise ein philologisch interessanter Fall, der als Stoibersche Verneinung in den Duden aufgenommen werden könnte. Die so schön griffige "K-Frage" ist dahin, ein Begriff, so scharf und einprägsam wie "C-Rohr" oder "H-Bombe", schlank genug für die kürzeste Überschrift. Wir werden ohne ihn auskommen müssen, wenn die Herren Schröder und Stoiber nun um die Kanzlerschaft zu ringen beginnen. Moment: Die Kanzlerschaft? Beginnt auch mit K. Die nächste K-Frage ist, scheint es, längst gestellt. Mal sehen, wann der Begriff aus der Versenkung wieder auftaucht.

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