Meinung : Matthies meint: Nörgler ab in den Urlaub

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Menschen mit kleinen, verschrumpelten Herzen neigen zur Missgunst. Das ist ein schweres Leiden, gegen das wenig hilft. Der Missgünstige ist entweder beleidigt oder neidisch. Er kann nicht anders. Zwei herausragende Gestalten der westlichen Welt - der eine verkörpert den Geist, der andere das Gegenteil - gönnen sich vier Wochen Urlaub. Oder sieben. Na und? Der deutsche Kulturstaatsminister, dessen Namen einem immer dann einfällt, wenn man gleichzeitig an Mecklenburg-Vorpommern, Schwarz-Schilling und Däubler-Gmelin denkt, hat in den vergangenen Monaten ebenso schwer gerackert wie George W. Bush. Außerdem wird der US-Präsident auch auf seiner Ranch nicht untätig sein. Sicher lässt er noch ein paar Bomben auf den Irak schmeißen, ringt sich zu einer Entscheidung in Sachen Stammzellen durch und kündigt vielleicht sogar die Mitgliedschaft der USA in den UN auf. Das kostet Kraft, das macht man nicht einfach so, zwischen Bibelstunde und Fitness-Programm. Wie anstrengend Präsidentenferien sind, ahnen die Missgünstigen natürlich. Daher verrät sie ihre Nörgelei bloß selbst: Wer anderen ihren langen Urlaub neidet, war bloß zu blöde oder ungeschickt, ihn für sich selbst zu organisieren.

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