Meinung : Matthies meint: Nun fliegt mal schön!

Die Lufthansa ist, man weiß es, in Turbulenzen geraten. Sie wird von den Gehältern ihrer Piloten und der Terrorfurcht ihrer Passagiere geschüttelt, und seit sie überdies als "Der Aviation Konzern" firmiert, weiß ohnehin niemand mehr: Fliegen die eigentlich noch? Und ist Aviation ansteckend? Da ist es gut, wenn sich einer zu Wort meldet, der keine Angst vorm Fliegen hat, ein rundlicher, Güte und Autorität gleichermaßen ausstrahlender älterer Herr mit Brille: "Ohne das Gespräch mit dem Fremden haben Frieden und Freiheit keine Zukunft." Komisch: Das Porträt in der Lufthansa-Zeitungsanzeige erinnert ein wenig an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, der Mann trägt einen Priesterkragen und ... Karl Kardinal Lehmann. In echt! Der Luftverkehr fördere den weltweiten Dialog und führe Menschen zusammen, argumentiert er, und die Botschaft der Anzeige könnte lauten: Nun fliegt mal schön. Hier geht etwas vor sich, was wir noch nicht recht zu fassen vermögen. Wird sich die Lufthansa mit Bordandachten revanchieren? Wird sie zivile Sky Priests in der Business mitfliegen lassen? "Näher, mein Gott, zu Dir" wäre ein schöner, griffiger Slogan. Aber unter Aviationsaspekten doch wohl zu zweideutig.

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