Meinung : Matthies meint: Rettet die Dienstleistungsgesellschaft!

Heute geht es in unserem kleinen Lexikon gefährdeter Berufe um den Finanzdienstleister. Angesichts der Tatsache, dass es ihn vor zwanzig Jahren noch nicht einmal gab - ohne dass das jemandem aufgefallen wäre -, ist seine Lage sehr schnell aussichtslos geworden im deutschen Konjunkturkollaps. "Rufen Sie mal im nächsten Boom wieder an", hört er uns sagen, und er verflucht jeden Tag den Mann von der Berufsberatung, der ihm einst versprach, es gebe da was viel Schöneres, als an der Haustür Versicherungen zu verkaufen. Dennoch kam die dpa-Meldung überraschend, die uns jetzt mitteilte, ein 39 Jahre alter Finanzdienstleister aus Werl sei am Düsseldorfer Flughafen mit 12 Kilo Kokain erwischt worden. Ja, so war das natürlich nicht gemeint, denn eine Dienstleistungsgesellschaft, die ihre Dienstleister ins Verbrechen treibt, verdient diesen Namen nicht. Doch das ist womöglich erst der Anfang: Kein Deutscher will sich im Supermarkt die Tüten packen lassen, der Pizza-Lieferboom schwächelt, und selbst für die Wehrdienstleistenden sieht es schlecht aus. Ob die alle auf Kokain umsteigen? Fürs erste würde es reichen, wenn sie uns ein paar Euros vorbeibringen, nur zur Ansicht. Das wäre eine Finanzdienstleistung!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben