Meinung : Matthies meint: Schlaflose Cowboys

Allmählich wird sichtbar, was die Wahl von George W. Bush für Amerika bedeutet. Zwar ist sein Stab in Ermangelung der W-Buchstaben auf den Computertastaturen nur beschränkt geschäftsfähig, doch es geht ja gegenwärtig vor allem um Symbole. Raus mit den verhassten Jeans aus dem Oval Office! Rein in die ur-amerikanischen Cowboystiefel! Durchgeladene Colts für jeden über 16 ... Äh, nein, das ist gegenwärtig noch nicht beschlossene Sache, kommt aber garantiert noch. Generell gilt: Washington ist so attraktiv wie noch nie für aufstrebende Cowboys, und deshalb hat der Bezirk Fairfax/Virginia, nicht weit von der Hauptstadt, seinen Bürgern jetzt verboten, in anderen Räumen als dem Schlafzimmer zu nächtigen, nicht in der Küche, nicht im Bad. Das ist schwer zu verstehen, ja. Es geht offenbar darum, dass viele Neu-Washingtoner wegen der hohen Mieten keine Wohnungen finden und darum mit 15 oder 20 Leidensgenossen in kleinen Häusern übernachten, was die Nachbarn nervt und die Immobilienpreise fallen lässt. Und erst die Parkplätze: keine mehr da, nirgends. Die Frage ist jetzt, wie dieses Verbot durchzusetzen wäre. Wer prüft? FBI? CIA? Gilt ein Nickerchen vor der Glotze schon als Verstoß? Müssen Besucher mit ins Ehebett? Sind Doppelstockbetten legal? Cowboys, wir kennen das, übernachten gern im Freien und essen Dosenbohnen am Lagerfeuer. Spätestens im Frühling wird Fairfax all das verbieten müssen.

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