Meinung : Matthies meint: Stinken, jucken, niesen

Jetzt, wo der Pulverdampf verflogen ist, lohnt es sich, noch einmal auf die Weiterentwicklung, ach was: Popularisierung der Waffentechnik durch Afghanistan einzugehen. Dank der vielen Skizzen in der Presse weiß nun jeder Grundschüler, dass Streubomben gemein sind und Claymore-Minen noch gemeiner, und dass "Daisy Cutters" trotz ihres Namens nie in die Hände von Donald Duck und seinen Neffen geraten sollten. Ja, es scheint in der aktuellen Euphorie sogar, als gebe es praktisch kein Problem in der Welt, das nicht mit einer Handvoll Semtex beiseite gesprengt werden kann, die CDU-CSU-Kanzlerkandidatur vielleicht einmal ausgenommen. Um so verdienstvoller ist es daher, dass die Waffenexperten nicht nur nach Tod und Verderben trachten, sondern auch mit, wie man so sagt, geringschwelligen Angeboten einen unblutigen Einstieg in den sachgemäßen Waffengebrauch möglich machen. Der aktuelle Hit auf diesem Gebiet ist die in Amerika erdachte erste echte Stinkbombe, ein Wundermittel gegen unerwünschte Menschenansammlungen, der vermutlich bald das erste waffentaugliche Juckpulver folgen wird, bis schließlich die definitive Niespulvergranate den Feind an den Schleimhäuten packt. Ungeheuerliche Perspektiven! Tröstlich, dass Südkorea jetzt 100 000 Gasmasken bereitstellt, um während der Fußball-WM gegen alle Eventualitäten geschützt zu sein. Von den Fußballersocken zumindest geht nun keine Gefahr mehr aus.

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