Meinung : Matthies meint: Unter Ärschen

Es gibt keine Notwendigkeit, den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch besonders vorzüglich zu finden. Der Mann hat was Polarisierendes, und das wird ihn eines Tages, wenn seine Partei nicht noch jemand anders findet, ins Amt des Bundeskanzlers tragen. Mithin ist er ein ideales Opfer für jegliche zersetzende Satire. Aber was darf die Satire? Sagen wir: Koch zusammen mit einem BSE-Rind und einem Kampfhund zum "Arsch des Jahres" nominieren darf sie nicht. Jedenfalls nicht, wenn sie das Produkt eines öffentlich-rechtlichen Senders sein möchte. Man ahnt, wie da beim Hessischen Rundfunk aus einem Kantinenjux ein Beitrag zusammengekalauert, sendefertig gemacht - und rechtzeitig gestoppt wurde. Trotzdem sind wieder alle sauer, und irgendein Redakteur kriegt eine Abmahnung reingewürgt. Und wie ist es bei den Privaten? Da gibt es den Viva-Moderator Niels Ruf, der einen Zeitungskolumnisten als "debilen Schwulen" bezeichnet hatte - er wäre ein besserer Kandidat für den strittigen Titel. Aber auf sowas kommen sie beim HR wieder mal nicht.

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