Meinung : Matthies meint: Warme Luft am Loch

Alles kommt etwas früh in diesem Jahr. Die Hitzewelle in Mallorca beispielsweise und auch die wilden Tiere. Schon tagelang fahnden Polizisten nach einem Krokodil im Rhein, und die Jagd nach einer grünen Schlange im niedersächsischen Dötlingen ist gerade mangels Ergebnis abgeblasen worden. Zu früh? Das ist so: Nachdem in den vergangenen Jahren wiederholt Leoparden, Tiger und ähnliche Menschenfresser im märkischen Sand gesichtet, aber nie gefangen wurden, setzte sich die Erkenntnis durch, dass all die Biester nur Erfindungen schlauer Bauern waren, die mit solchen Gerüchten Erntediebe abschrecken wollten. Doch jetzt ist noch nicht Erntezeit, und erfundene Krokodile ergeben schon gar keinen Sinn, denn im Rhein gibt es nichts zu ernten, und in Dötlingen - nun ja. Inzwischen treibt das Krokodil den Rhein hinunter, wird vermutlich immer mal wieder gesichtet werden, krault in die Nordsee, erreicht britisches Territorium ... Nur nach Loch Ness kommt es garantiert nicht, weil sie dort ja ein eigenes Monster haben. Das übrigens ist jetzt von einem italienischen Geologen als warme Luft kleiner Erdbeben entzaubert worden, als eine Art Erdkrusten-Furz; es blubbert, und die Leute sehen Ungeheuer. Schade drum: Ein Tyrannosaurus im Halensee hätte Berlin wirklich nach vorn gebracht.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben