Meinung : Matthies meint: Was in der Koalitionsvereinbarung fehlt

Artenschutz - das ist uns eine Herzensangelegenheit. Unter dem Druck der einschlägig tätigen Vereine sind die Belange von Flussperlmuschel und Buschwindröschen zu einer Sache des ganzen Volkes geworden, das tragische Schicksal von Dodo, Karpatenbär und blauzüngiger Wüstenspitzmaus schreckt. Wenn es den Tyrannosaurus heute noch gäbe, fänden wir ihn supersüß, und TV-Professoren im Reptilien-Tarnanzug würden uns beim Saurier-Streicheln mitteilen, dass es sich eigentlich um herzensgute Tiere handelt, deren Spieltrieb einfach missverstanden werde. In dieser etwas einseitigen Stimmung bleibt meist die Frage völlig ungestellt, ob denn all die Arten überhaupt geschützt werden wollen? Pflanzen können wir schlecht fragen, aber Tiere geben gern Auskunft, zumindest indirekt. Aus China wurde jetzt bekannt, dass dort bereits 66 Pandas durch künstliche Befruchtung gezeugt wurden, weil sie einfach keine Lust auf Sex mehr haben - eine Art kollektiver Artenselbstmord. Einigen besonders muffigen Bären hat man sogar Panda-Pornos vorgespielt, vergeblich. Aus Berliner Sicht ist interessant, dass das langjährig abstinente Verhalten des im Zoo internierten Pandas also artbedingt ist und keine Kritik an den Berliner Verhältnissen bedeutet, wie Diepgen-Feinde gern unterstellten. Warum wurde dieses Thema in der neuen Koalitionsvereinbarung ausgespart?

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