Meinung : Matthies meint: Wasser marsch!

Viele sehen die Zukunft als eine einzige Sintflut: Die Polkappen schmelzen im globalen Treibhaus, und alle Deutschen, die nicht sofort ertrinken, sammeln sich auf dem Kahlen Asten oder dem Vogelsberg zum Erfahrungsaustausch. Welche Außenborder sind am sparsamsten? Wo gibt es gute gefütterte Gummistiefel? Das ist noch ein wenig hin - andererseits geht der Trend schon jetzt merklich in Richtung Wasser. Denn das Zeug hat ja gewichtige Vorteile; vor allem hat der Bootsbesitzer weniger Ärger mit dem Staat, der unter ihm im Wasser versunken ist. Einen kleinen Vorgeschmack bietet uns die vielbeachtete schwimmende Abtreibungsklinik, fern jeder staatlichen Einflusssphäre. Begüterte ultraorthodoxe Israelis werden sich demnächst an Bord eines koscheren Kreuzfahrtschiffes dem Thora-Studium widmen können, fern der Querelen des Alltags. Die wichtigsten Kronzeugen aber sind die Staatschefs der G-8-Gruppe, die demnächst vermutlich auf einem Schiff vor Genua tagen werden, um nicht ständig vor der stalinistischen Inbrunst durchgedrehter Anti-Globalisierungs-Fanatiker weglaufen zu müssen. Wir sehen: Wasser liegt im Trend, zumindest so lange, bis alle ein Schlauchboot haben - dann wird aus jeder Demonstration eine Seeschlacht. Ja: Es scheint, dass die Erde am Ende nicht aus Klimagründen in den Fluten versinkt. Sondern schlicht aus Notwehr.

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